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Neonsalmler

Neonsalmler - die bunten flinken

Bericht von Rosensammlerin über Neonsalmler
Veröffentlicht am 07.02.05 - 00:26 Uhr
Der Bericht wurde bisher 8040 mal gelesen.

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Profil von Rosensammlerin

Der Autor benotete das Produkt Neonsalmler mit der Note: 1
Pro: schön und friedlich
Contra: da gibt es nichts

Empfehlenswert? Ja

Bericht:

Die kleinen bunten und flinken Neonsalmler werden häufig in Zoogeschäften angeboten und sie schwimmen fast in jedem Gesellschaftsbecken. Da sie hübsch und friedlich gegenüber anderen Fischen sind, ist das auch kein Wunder.

Gefüttert werden sie meist mit Trockenfutter (Flockenfutter), über Lebendfutter oder Frostfutter würden sie sich aber freuen und dann kann man auch erst ihr Temperament richtig bewundern.

Es handelt sich um Schwarmfische, die auch nicht einzeln gehalten werden sollten. Einzeln kommen sie auch gar nicht richtig zur Geltung.


Zucht von Neonsalmlern

Die Arten Neonsalmler kennt eigentlich jeder. Es gibt 3 Arten, die sich zwar sehr ähnlich sehen, aber nicht besonders eng miteinander verwandt sind, da sie eine unterschiedliche Anzahl von Chromosomen haben.

Paracheirodon innesi, Einfacher Neon
Vom vorderen Augenrand über den oberen Augenbogen bis etwa in Höhe der Fettflosse erstreckt sich ein hinten spitz zulaufendes, prächtig blau irisierendes Band, darunter vor der Körpermitte beginnend ein gleich starkes intensiv rot strahlendes Band. Länge 4 cm, Temperatur 2026°C, bevorzugt weiches Wasser, kann aber nach Eingewöhnung auch in härterem Wasser gehalten werden.

Paracheirodon axelrodi, Roter Neon
Etwas schlanker und vor allen Dingen wesentlich kräftiger rot gefärbt. Während beim Einfachen Neon die rote Binde von der Schwanzwurzel nur bis zur Körpermitte reicht, dehnt sie sich beim Roten Neon bis zur Schnauzenspitze und auch über Kehle und Bauch aus. Länge 5 cm, Temperatur 2327°C, bevorzugt weiches Wasser und ein nicht zu helles Becken.

Paracheirodon simulans, Blauer Neon
Sieht P. innesi sehr ähnlich, bleibt jedoch kleiner und zarter. Die rote Zone unter dem himmelblau strahlenden Längsband ist nicht immer kräftig ausgebildet. Er wird selten importiert. Länge bis 3,5 cm, Temperatur 2327°C. Zur erfolgreichen Pflege benötigt er saures und weiches Wasser.

Zur Geschichte
Als 1934 die ersten Neonfische (P. innesi) nach Deutschland kamen, wurden sie wegen ihrer farbigen Leuchtkraft bestaunt und viele Züchter gaben sich sofort mit großem Eifer der Aufgabe hin, diese schönen Fische zu züchten. Kein Wunder, damals kostete ein Neon im Handel 15 RM, das war viel Geld. In vielen Gegenden Deutschlands gelang die Zucht nicht. Zwar laichten die Tiere ab, aber die Eier lösten sich auf und verschwanden spurlos. In anderen Gegenden, vor allem entlang des Erzgebirges, wurden Neonfische in Mengen ohne große Schwierigkeiten nachgezogen. Damals wusste man nicht viel über den Einfluss der Wasserwerte auf die Haltung und Zucht von Fischen, obwohl sicher schon einigen klar wurde, dass ihre Zuchterfolge damit zusammenhingen, dass in vielen Orten das Wasser mit 2,5°dGH aus der Wasserleitung floss. Andere holten ihr Wasser mit Kannen aus geheimen Waldquellen, auch das führte zu Zuchterfolgen. Nach dem Krieg wurde die Wasserfrage wieder intensiver erörtert. 1950 erschien in der DATZ eine Veröffentlichung, nach der durch den Ionenaustauscher Permutit hartes Wasser ohne Schwierigkeit in weiches Wasser zu verwandeln sei und dieses enthärtete Wasser habe gute Erfolge bei der Nachzucht gebracht. Der Gesamtsalzgehalt blieb zwar der gleiche, jedoch wurden die Härtebildner, also Kalzium und Magnesiumsalze, gegen Natriumsalze ausgetauscht. Die Wirksamkeit der Wasserenthärtung für weiches bis mittelhartes Wasser brachte in vielen Orten Erfolge bei der Nachzucht sogenannter Problemfische wie z.B. P. innesi und P. axelrodi (Ersteinf. 1955).

Inzwischen gibt es längst bessere Techniken zur Wasserenthärtung und während früher jeder versuchte, seine Züchterkniffe geheim zu halten, sind die Informationen heute jedem zugänglich.
P. innesi wird in großen Mengen in Asien (vor allem Singapur) im Freien gezüchtet, so dass sich die Zucht zumindest aus finanzieller Hinsicht kaum lohnt. Wer allerdings einmal einen schönen großen Schwarm Roter Neons durch sein Becken ziehen sehen möchte und die Möglichkeit hat, ein paar Zuchtbecken aufzustellen, der sollte es ruhig einmal versuchen.

Die Praxis
Die Zucht gelingt bei allen 3 Arten nur in weichem saurem Wasser.

P. innesi
Zur Zucht genügt ein kleines Becken mit 5 l Inhalt. Der Boden muss mit grobmaschiger Gaze oder einem Laichrost abgedeckt werden, da sie arge Laichräuber sind. Darauf ein Büschel Javamoos oder ähnliches mit einem Stein befestigen. Das Wasser sollte 2324°C warm sein, der pHWert bei 6,06,8 (lt. Aquarienatlas sogar bei 5,06,0) liegen und es darf nicht härter als 3°dGH sein. Das Becken dunkel aufstellen oder abdunkeln, der Laich und die Larven sind lichtempfindlich. Die Zuchttiere werden paarweise eingesetzt. Wenn man die Geschlechter (Weibchen erkannt man daran, dass sie deutlich fülliger sind) vorher einige Tage getrennt hat, laichen sie meistens schon am nächsten Abend ab (bis zu 130 Eier von einem Weibchen). Dann werden Zuchttiere und Laichrost entfernt und der Wasserstand auf ca. 5 cm abgesenkt. Die Larven schlüpfen nach 24 Stunden, jetzt täglich langsam etwas Frischwasser hinzufügen, nach 5 Tagen schwimmen die Jungfische frei und müssen gefüttert werden. Vorher sollten sie langsam an Licht gewöhnt werden. In den ersten Tagen benötigen sie sehr feines Staubfutter, Rädertierchen oder feinste Zyklops Nauplien. Nach 3 oder 4 Tagen können sie mit Artemia Nauplien gefüttert werden. Die Jungfische wachsen recht schnell und können nach 3 bis 4 Wochen in ein größeres Aufzuchtbecken umgesetzt werden.

P. axelrodi
Zucht wie bei P. innesi, das Zuchtbecken muss jedoch größer sein (10 l). die Zucht gelingt am besten in fast destilliertem Wasser, der pHWert sollte bei 5,5 bis 6 liegen, die Temperatur zwischen 24 und 28°C. Ein Laichrost wird nicht benötigt. P. axelrodi sind produktiver als P. innesi, von einem Weibchen können bis zu 400 Eier erwartet werden. Die Jungfische wachsen etwas langsamer.

P. simulans
Die ersten P. simulans wurden 1962 eingeführt, allerdings werden sie nur selten importiert (manchmal zusammen mit P. axelrodi). Die Zucht ist nicht sehr ergiebig und recht schwierig, gelingt im Prinzip jedoch wie bei P. axelrodi, die Zuchttiere sollen jedoch nicht paarweise, sondern in einem kleinen Schwarm eingesetzt werden. Die Jungfische sind sehr klein und können nur mit feinstem TümpelStaubfutter aufgezogen werden.

LITERATUR: Aquarienatlas Band 1; Dr. Rüdiger Riehl, Hans A. Baensch Aquarienkunde Band 1; Günther Sterba Zwanzig Jahre Wasserenthärtung und die Literatur; Walter Reitzig in: DATZ 6/1973 Rund um den NeonSalmler; Jaroslav Elias in: Das Aquarium 10/1990 Der Blaue Neonsalmler; Jaroslav Elias in: Das Aquarium 5/99
Eigene Erfahrungen und Hinweise von Vereinskollegen haben natürlich auch zu dem Bericht beigetragen.

Neonsalmler

Einige Kommentare über den Bericht Neonsalmler - die bunten flinken


Sehr hilfreich
Alles was ich wissen wollte wurde hier sehr genau beschrieben und deswegen habe ich keine andere Möglichkeit als wieder einmal ein sehr hilfreich zu verteilen. LG an Dich! Connector
Connector
Sehr hilfreich
Bei deinem Bericht sind alle wissenswerten Informationen vorhanden und es ist eine gute Gliederung vorhanden. Von mir gibt’s deshalb auch ein "sehr hilfreich"! GLG Sweety179
Sweety179
Sehr hilfreich
Halli-Hallo! Schön mal einen Bericht von dir zu lesen, der Bericht ist dir echt sehr gelungen und deswegen gebe ich auch gerne ein sehr hilfreich! Liebe Grüße Moniseiki
moniseiki
Sehr hilfreich
Tja was soll ich noch sagen ausser das dein Bericht wirklich gelungen ist und ich dir ein sehr hilfreich gebe dafür gebe. Mach weiter so und einen schönen Tag. lg lautern
lautern
Sehr hilfreich
Tja was soll ich noch sagen ausser das dein Bericht wirklich gelungen ist und ich dir ein sehr hilfreich gebe dafür gebe. Mach weiter so und einen schönen Tag. lg lemsi
lemsi


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